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Rialtobrücke

  • bridge
  • 4.6
  • Preis: Free
  • Öffnungszeiten: Always open
Wegbeschreibung
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Geschichte

Die heutige Steinbrücke ist erst die vierte Überquerung an dieser Stelle des Canal Grande und ersetzte eine Reihe hölzerner Vorgängerbauten, die dem Gewicht der Menschenmassen immer wieder nicht standhielten. Die dramatischsten Einstürze ereigneten sich bei zwei großen städtischen Anlässen — einem Hochzeitszug für den Markgrafen von Ferrara im Jahr 1444 und einem weiteren Einsturz der Rampe auf der Rialto-Seite 1524 — woraufhin die Republik schließlich einsah, dass Holz auf Dauer nicht tragen würde.

Es folgte ein Architekturwettbewerb, und — einer Geschichte zufolge, die häufiger erzählt als belegt wurde — sollen sogar Michelangelo, Palladio und Jacopo Sansovino mehrbögige Entwürfe eingereicht haben, die abgelehnt wurden, weil sie den regen Bootsverkehr darunter behindert hätten; die meisten Historiker betrachten dies eher als städtische Legende denn als dokumentierte Tatsache. Sicher ist, dass der einbögige Entwurf des venezianischen Ingenieurs Antonio da Ponte 1588 genehmigt wurde und die Brücke — getragen von rund 12.000 in den Schlamm gerammten Holzpfählen — 1591 fertiggestellt war.

Geschäfte und Markt

Geschäfte und Markt

Die schrägen Seiten der Brücke tragen bis heute zwei parallele Reihen kleiner Läden, die direkt in die Konstruktion eingebaut sind — eine kommerzielle Anordnung, die auf da Pontes ursprünglichen Entwurf zurückgeht und traditionell von Goldschmieden und Juwelieren geprägt war, einem Gewerbe, mit dem Rialto bis heute verbunden bleibt, auch wenn sich mittlerweile Souvenirstände dazugesellt haben.

Gleich hinter der Brücke, auf der Seite von San Polo, erstreckt sich der Rialto-Markt, unterteilt in die Erbaria (Obst und Gemüse) und die Pescheria (Fisch, untergebracht in einer neogotischen Halle von 1907) — einer der ältesten Handelsplätze Venedigs mit Wurzeln, die etwa tausend Jahre zurückreichen. Am lebendigsten ist er früh am Morgen, sonntags bleibt er geschlossen (die Fischstände ruhen auch montags), daher lohnt sich ein Besuch gegen 8 oder 9 Uhr, um ihn in vollem Betrieb zu erleben.

Wussten Sie schon?

Einer örtlichen Legende zufolge schloss Antonio da Ponte einen Pakt mit dem Teufel, um den Erfolg der Brücke zu sichern, und versprach ihm dafür die Seele des ersten Lebewesens, das sie überqueren würde; um ihn auszutricksen, soll da Ponte zuerst einen Hahn hinübergeschickt haben — woraufhin sich der Teufel gerächt haben soll, indem er ausgerechnet da Pontes eigene Frau zur ersten Person machte, die die Brücke betrat.

Mehr als zweieinhalb Jahrhunderte lang war dies die einzige Möglichkeit, den Canal Grande zu Fuß zu überqueren — Venedigs erste alternative Überquerung, die Ponte dell'Accademia, entstand erst 1854, gefolgt Jahrzehnte später von der Ponte degli Scalzi; heute überspannen insgesamt nur vier Brücken den gesamten Kanal.

Gut zu wissen

Der Scheitelpunkt des Bogens ist der klassische Aussichtspunkt für Fotos des Bootsverkehrs auf dem Canal Grande, wird aber schnell überfüllt — am besten kommt man bei Sonnenaufgang oder nach dem Abendessen, um die Aussicht weitgehend für sich zu haben; tagsüber wirkt die Brücke selbst eher wie eine belebte Geschäftsstraße als wie ein stilles Denkmal.

Ein Ticket oder feste Öffnungszeiten gibt es nicht, da es sich um eine öffentliche Brücke handelt, die rund um die Uhr zu Fuß überquert werden kann; den besten freien Blick auf die gesamte Struktur samt Bogen hat man von einem Vaporetto auf dem Canal Grande oder von der Uferpromenade etwas kanalabwärts auf beiden Seiten.