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Arsenal von Venedig

  • historic
  • 4.5
  • Preis: variiert — meist nur von außen oder per Boot einsehbar; einige Bereiche öffnen nur während der Biennale
Wegbeschreibung
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Geschichte

Das Arsenal wurde um 1104 unter Doge Ordelafo Faliero gegründet, und schon sein Name verweist auf Venedigs Handelskontakte mit der arabischen Welt: "arsenale" geht auf das arabische "dar as-sina'a" zurück, etwa "Haus des Handwerks", das als "arzanà" Eingang in den venezianischen Dialekt fand, lange bevor es sich zur italienischen Form wandelte. Was als staatliche Werft begann, wuchs in den folgenden Jahrhunderten enorm, vor allem durch das 1320 hinzugefügte Arsenale Nuovo und später, im 16. Jahrhundert, das Arsenale Nuovissimo, bis der Gesamtkomplex sich über schätzungsweise 15 Prozent der gesamten Stadt erstreckte.

Auf seinem Höhepunkt im frühen 16. Jahrhundert beschäftigte das Arsenal rund 16.000 Arbeiter und konnte dank standardisierter, austauschbarer Bauteile und vormontierter Rümpfe, die nach einer Art Fließbandprinzip fertiggestellt wurden, fast täglich eine Galeere hervorbringen — eines der frühesten Beispiele großindustrieller Organisation in der Geschichte, seiner Zeit um Jahrhunderte voraus. Schon zu Dantes Zeit war es berühmt genug, dass er die das ganze Jahr über bereitgehaltenen Kessel mit kochendem Pech, mit denen Schiffsrümpfe abgedichtet wurden, im 21. Gesang des "Inferno" als Gleichnis für das brennende Pech der Hölle verwendete.

Wussten Sie schon?

Die Arbeiter des Arsenals, die Arsenalotti, waren weit mehr als bloße Werftarbeiter: Sie bildeten eine privilegierte Kaste innerhalb der venezianischen Gesellschaft, mit festem Lohn und einem Status, der auch zeremonielle Aufgaben an höchster Stelle der Republik mit sich brachte. Sie standen bei der Wahl jedes neuen Dogen Wache, und der Überlieferung nach waren es die Arsenalotti, die den Sarg des Dogen bei dessen Begräbnis trugen — ein deutliches Zeichen dafür, wie zentral die Werft für die Identität der Republik war.

Das monumentale Eingangstor des Komplexes, die Porta Magna, stammt aus der Zeit um 1460 und wird von antiken steinernen Löwen flankiert, die als Kriegsbeute nach Venedig gebracht wurden. Der berühmteste, der sogenannte Piräus-Löwe, wurde in Griechenland erbeutet und 1687 vom venezianischen Flottenkommandanten Francesco Morosini nach seinem Feldzug gegen die Osmanen nach Venedig gebracht. In seine Schultern und Flanken sind lange Runeninschriften eingeritzt, vermutlich im 11. Jahrhundert von skandinavischen Söldnern angebracht — womit sie zu den ältesten Graffiti Venedigs überhaupt zählen. Und 1593 übernahm ein junger Galileo Galilei, während er an der nahen Universität Padua lehrte, die Rolle eines technischen Beraters des Arsenals; seine Ratschläge an die Ingenieure zu Schiffbau- und Ballistikfragen flossen später direkt in seine bahnbrechenden Arbeiten zur Festigkeit von Materialien ein.

Gut zu wissen

Große Teile des Arsenals sind nach wie vor aktive Marineeinrichtung und für Besucher nicht frei zugänglich; der klassische Weg, es dennoch zu sehen, führt über das Wasser: Eine Vaporetto-Fahrt am Einfahrtskanal vorbei oder ein Spaziergang entlang der Außenmauern vermittelt auch ohne Zutritt einen echten Eindruck von seiner Größe.

Ausgewählte Bereiche — vor allem die weitläufigen Corderie (die frühere Seilerei) und die überdachten Trockendocks der Gaggiandre — öffnen zeitweise als Ausstellungsflächen der Kunst- und Architekturbiennale für die Öffentlichkeit; ein Blick in den aktuellen Biennale-Kalender ist der zuverlässigste Weg, einen Besuch innerhalb der Mauern zu planen.