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Uhrturm von San Marco

  • monument
  • 4.5
  • Preis: €14 - €20
  • Öffnungszeiten: nur mit Führung, mehrere Zeitfenster täglich
Wegbeschreibung
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Geschichte

Der Uhrturm an der Piazza San Marco entstand zwischen 1496 und 1499, von der Republik beim Architekten Mauro Codussi in Auftrag gegeben, um eine ungewöhnlich kunstvolle astronomische Uhr zu beherbergen. Das Uhrwerk selbst war das Werk eines Uhrmacher-Vater-Sohn-Gespanns aus Reggio Emilia, Gian Paolo und Gian Carlo Ranieri: Gian Paolo, in seiner Heimatstadt bereits ein anerkannter Uhrmacher, erhielt 1493 den Auftrag, starb jedoch, bevor die Arbeit vollendet war, sodass sein Sohn Gian Carlo sie rechtzeitig zur Einweihung des Turms fertigstellte.

Kurz darauf wurden Codussis ursprünglichem Entwurf zwei Seitenflügel hinzugefügt, damit sich der Turm in die Arkaden der Procuratie Vecchie einfügte, die den Platz säumen. Das Räderwerk der Uhr musste seither immer wieder überholt werden, um dieses so aufwendige Uhrwerk aus dem 15. Jahrhundert am Laufen zu halten — bis heute zeigt sie nicht nur die Uhrzeit, sondern auch die Stellung der Sonne im Tierkreis und die Mondphase an, ein Grad an astronomischer Detailtreue, der für eine öffentliche Uhr ihres Alters selten ist.

Wussten Sie schon?

Oben auf dem Turm schlagen zwei überlebensgroße Bronzefiguren mit ihren Hämmern zur vollen Stunde gegen eine große Glocke. Die Venezianer nennen sie "die Mohren", doch der Spitzname hat nichts mit ihrer ethnischen Darstellung zu tun: Er rührt schlicht von der dunklen Patina her, die sich im Lauf der Jahrhunderte auf der Bronzeoberfläche gebildet hat. Eine hartnäckige lokale Legende behauptet, die Republik habe die Erbauer der Uhr nach Fertigstellung blenden lassen, damit sie nirgendwo sonst ein ebenbürtiges Werk schaffen könnten — eine farbenfrohe Geschichte ohne historische Grundlage, denn Gian Carlo Ranieri ist nachweislich noch jahrelang für die Wartung der Uhr zuständig gewesen.

Unter dem großen blau-goldenen Zifferblatt mit seinen vergoldeten Tierkreiszeichen sitzt ein goldener geflügelter Löwe des heiligen Markus, und während der Himmelfahrtswoche sowie an Epiphanias bietet der Turm ein kleines mechanisches Schauspiel: Eine Tür öffnet sich, und ein von einem trompetenblasenden Engel angeführter Zug der Heiligen Drei Könige tritt heraus, zieht an einer Statue der Madonna mit Kind vorbei und verschwindet wieder im Inneren — eine Tradition automatisierter Andacht, die seit über fünf Jahrhunderten Menschenmengen auf den Platz zieht.

Gut zu wissen

Der Uhrturm kann nur im Rahmen einer kleinen, zeitlich festgelegten Führung besichtigt werden, die über die steilen Innentreppen des Turms am eigentlichen astronomischen Uhrwerk vorbei bis auf die Dachterrasse führt — direkt neben die beiden bronzenen Mohren und ihre Glocke, ein Ausblick über die Piazza San Marco, den man auf keine andere Weise bekommt.

Die Gruppen sind bewusst klein gehalten, und die Führungen finden mehrsprachig zu festen Zeiten über den Tag verteilt statt, weshalb die Plätze in der Hochsaison schnell vergeben sind. Es empfiehlt sich dringend, weit im Voraus online zu buchen, statt spontan auf freie Plätze zu hoffen.