Santa Maria della Salute
- sacred
- Preis: freier Eintritt zur Kirche; kleine Gebühr für die Sakristei, etwa €4
- Öffnungszeiten: 09:00 - 12:00 und 15:00 - 17:30
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Geschichte
1630 wütete die Pest in Venedig und tötete beinahe ein Drittel der Bevölkerung — bis zu 46.000 Menschen innerhalb kaum eines Jahres. Aus Dankbarkeit für die schließliche Erlösung der Stadt gelobte der Senat der Republik, der Jungfrau Maria eine Kirche zu errichten, und schrieb 1631 einen Wettbewerb für den Entwurf aus. Den Zuschlag erhielt Baldassare Longhena, ein Architekt Anfang dreißig, der bei Vincenzo Scamozzi gelernt hatte und bis dahin noch nichts von dieser Größenordnung gebaut hatte.
Der Bau begann noch im selben Jahr auf einem so instabilen Grund an der Mündung des Canal Grande, dass die Bauleute mehr als eine Million Holzpfähle in den Schlamm rammen mussten, um das Gewicht der Kirche zu tragen. Die Arbeiten zogen sich über ein halbes Jahrhundert hin: Longhena starb 1682, fünf Jahre bevor die Basilika im November 1687 endlich geweiht wurde, und es war sein Schüler Antonio Gaspari, der das Werk zu Ende führte. Das Ergebnis — ein achteckiger Grundriss, gekrönt von zwei Kuppeln, einer großen und einer kleineren dahinter — prägt seither die Silhouette Venedigs.
Das Fest der Salute
Jedes Jahr am 21. November ehrt Venedig das Gelübde, dem die Kirche ihre Existenz verdankt. Noch vor Sonnenaufgang bauen Arbeiter eine provisorische Brücke aus vertäuten Booten über den Canal Grande, die die Salute mit der Seite von San Marco nahe dem Campo Santa Maria del Giglio verbindet — für einen Tag können Fußgänger das Wasser zu Fuß überqueren statt mit dem Vaporetto. Einheimische wie Besucher gehen über die Ponton-Brücke, um im Inneren eine Kerze anzuzünden, und setzen damit eine Tradition fort, die seit dem 17. Jahrhundert fast ununterbrochen besteht.
Das Datum fällt auf das katholische Fest Mariä Opferung, was dem Pestgelübde praktischerweise einen festen Platz im Kalender verschaffte. Die Stimmung an diesem Tag mischt Andacht mit Volksfest — Stände mit Kerzen und gerösteten Kastanien säumen den Weg zur Kirche —, und die Feier hat sich weit über Venedig hinaus verbreitet, bis heute in Triest und anderen Städten, die einst zur Republik gehörten.
Wussten Sie schon?
Die Ikone auf dem Hochaltar, bekannt als Madonna della Salute oder Panagia Mesopantitissa, ist ein byzantinisches Werk aus dem 12. oder 13. Jahrhundert, das die venezianische Überlieferung — mit ziemlicher Sicherheit eher Legende als Tatsache — einst dem heiligen Lukas selbst zuschrieb. Sie gelangte erst 1670 nach Venedig, gebracht aus Candia (dem heutigen Iraklio) auf Kreta durch den Flottenkommandanten Francesco Morosini, nachdem die Insel an die Osmanen gefallen war, und ist damit um Jahrhunderte älter als die Kirche, die sie heute beherbergt.
Longhenas Kuppel zieht seit über dreihundert Jahren Maler an: Canaletto und Francesco Guardi malten sie im 18. Jahrhundert, J.M.W. Turner skizzierte sie im 19. Jahrhundert vom Wasser aus, und Claude Monet stellte während seines kurzen Venedig-Aufenthalts 1908 seine Staffelei in der Nähe auf. Im Inneren bewahrt die Sakristei Gemälde von Tizian sowie eine große Tintoretto-Leinwand der Hochzeit zu Kana, ein stilleres Gegenstück zur Pracht der Fassade.
Gut zu wissen
Der Eintritt in die Kirche selbst ist kostenlos, doch die Sakristei — wo die meisten Gemälde hängen — verlangt eine kleine Gebühr, meist rund 4 Euro. Die Öffnungszeiten teilen sich in zwei Blöcke, etwa von 9:00 bis 12:00 Uhr und wieder von 15:00 bis 17:30 Uhr, wobei die Türen über die Mittagsstunden geschlossen bleiben — ein Besuch am Vormittag oder späten Nachmittag ist daher sinnvoller als zur Mittagszeit.
Die Salute liegt an der Spitze von Dorsoduro, genau dort, wo der Canal Grande auf den Giudecca-Kanal trifft, nur einen kurzen Spaziergang von der Accademia-Brücke entfernt oder eine kurze Vaporetto-Fahrt bis zur Haltestelle Salute. Die Punta della Dogana, Venedigs Museum für zeitgenössische Kunst, befindet sich nur wenige Schritte weiter im alten Zollgebäude, sodass sich beide Stationen leicht in einem Ausflug verbinden lassen.