← Alle Sehenswürdigkeiten

Basilika Santi Maria e Donato (Murano)

  • sacred
  • 4.6
  • Preis: freier Eintritt zur Basilika; das nahegelegene Glasmuseum erfordert ein separates Ticket, etwa €10
  • Öffnungszeiten: 09:00 - 18:00
Wegbeschreibung
Anzeige Buche die geführte Tour zu Basilika Santi Maria e Donato (Murano) Verfügbarkeit prüfen →

Geschichte

Murano ist eine Gruppe kleiner Inseln rund 1,5 Kilometer nördlich des historischen Zentrums von Venedig, mit regelmäßigen Vaporetto-Verbindungen zur Stadt. 1291 ordnete die Republik an, sämtliche Glasöfen aus dem eigentlichen Venedig hierher zu verlegen — offiziell, um die ständige Brandgefahr in einer Stadt zu verringern, die noch weitgehend aus Holz bestand und voller leicht entflammbarer Werkstätten war.

Der Umzug hatte zugleich den Effekt, die Glasmacher der Insel an einem Ort zu versammeln, an dem die Republik sie leichter überwachen konnte, und bald folgten weitere Gesetze: Ab 1295 war es Glasmeistern verboten, venezianisches Gebiet ohne Erlaubnis zu verlassen, bei Androhung schwerer Strafen, um zu verhindern, dass die streng gehüteten Techniken der Insel zu rivalisierenden Städten gelangten. Im Gegenzug genossen die Glasmacher für Handwerker ungewöhnliche Privilegien — sie durften Schwerter tragen und kleinere öffentliche Ämter bekleiden, und ungewöhnlicherweise durften ihre Töchter in venezianische Patrizierfamilien einheiraten.

Die Basilika Santi Maria e Donato

Die Basilika Santi Maria e Donato

Muranos Hauptwahrzeichen ist älter als die Glasindustrie, die die Insel berühmt machte. Man geht davon aus, dass an dieser Stelle bereits um das 7. Jahrhundert eine der Jungfrau Maria geweihte Kirche stand; im frühen 12. Jahrhundert wurde sie in ihrer heutigen venezianisch-byzantinischen Form neu errichtet, was sie zu einer der ältesten Kirchen der venezianischen Lagune macht — in Alter und Stil eng verwandt mit dem Markusdom selbst.

Ihr bekanntestes Merkmal ist der Mosaikboden, eine weitläufige Fläche aus kunstvollen geometrischen Mustern und Tierfiguren, um 1140 in den antiken Techniken Opus tessellatum und Opus sectile verlegt. Mehrere Kunsthistoriker zählen ihn zu den schönsten erhaltenen byzantinischen Fußböden Europas — er ist sogar älter als der berühmte Mosaikboden des Markusdoms.

Wussten Sie schon?

Der Überlieferung nach brachte der venezianische Doge Domenico Michiel 1125 die Reliquien des heiligen Donatus von Euroea von der griechischen Insel Kefalonia mit und schenkte sie der Kirche, die daraufhin den Namen des Heiligen in ihre Widmung aufnahm. Zusammen mit den Gebeinen des Heiligen kam etwas weit Ungewöhnlicheres: große Knochen, die angeblich von dem Drachen stammten, den Donatus der Legende nach erschlagen hatte und die noch heute hinter dem Altar hängen.

Moderne Historiker gehen im Allgemeinen davon aus, dass die sogenannten "Drachenknochen" tatsächlich von einem ausgestorbenen prähistorischen Tier stammen, möglicherweise einem Mammut oder einer ähnlichen Kreatur der Eiszeit, die man lange vor dem Verständnis von Fossilien ausgrub. Die Legende hält sich dennoch seit neun Jahrhunderten hartnäckig, und die Knochen sind noch immer genau dort ausgestellt, wo mittelalterliche Besucher einst über sie staunten.

Gut zu wissen

Murano erreicht man mit regelmäßigen Vaporetto-Linien von Fondamente Nove oder dem Kreuzfahrtterminal Venedigs; kombiniert mit den Nachbarinseln Burano und Torcello ergibt sich ein bequemer Halbtagesausflug. Die Basilika liegt nur wenige Gehminuten von der wichtigsten Vaporetto-Haltestelle entfernt, entlang des Kanals Fondamenta Giustinian.

Das Museo del Vetro (Glasmuseum), das tausend Jahre Muranoer Glaskunst nachzeichnet, ist nur wenige Minuten zu Fuß entfernt und lässt sich gut mit einem Besuch der Basilika verbinden. Viele Glaswerkstätten auf der Insel bieten Live-Vorführungen der Glasbläserkunst an; vor dem Kauf lohnt es sich jedoch zu prüfen, ob die Werkstatt tatsächlich echtes Muranoglas herstellt, da Nachahmungen in Venedigs Souvenirläden weit verbreitet sind.